Broschüre

Liebe Genossin, lieber Genosse,
Du hast es geschafft! Während tausende andere PARTEI-Mitglieder biertrinkend und schonungslos lallend beim wöchentlichen Stammtisch ihres Kreisverbandes sitzen, hast Du Dich auf den harten, steinigen Weg in die Kommunalpolitik gemacht und nun neben dem Vorsitz Deines örtlichen Geflügelzuchtvereins noch ein weiteres glamouröses Amt vorzuweisen: Du
bist jetzt ein Mandatsträger der Partei Die PARTEI. Glückwunsch!

Lass Dir vorab eines gesagt sein: Das wiederholte Händeschütteln, Babys küssen, Nazis blockieren und Pfeffistürzen hat sich gelohnt. Als Mandatsträger trittst Du nämlich nun in die glamouröse Welt der Neujahrsempfänge, Handelskammer-Feiern, Spatenstiche und Schiffstaufen ein. Ab sofort gehst Du nur noch auf Veranstaltungen, bei denen Dir Leute aus Deiner Kommune, die Du überhaupt nicht kennst und auch nicht kennen willst, noch immer mehr gratis Sekt und Lachshäppchen aufdrängen. Wie schon der Vorsitzende der westdeutschen Frankfurter CDU-Fraktion am Neujahrsempfang der Stadt sagte, bevor er ich sich ins Buffet erbrach:
„Das Bier entscheidet!“ Warmes Turmbräu aus der Dose? Nein! Die Zeiten sind vorbei. Du bekommst jetzt das, was Du schon immer verdient hast: Das gute alte, schlechte Pils-Bier Deiner örtlichen Brauerei* vom Faß! Und zwar immer. Überall.

Du kannst nun den ganzen Tag in deinem Rosa-Farbenen Fraktionsbüro sitzen und mit Deinem steuergeldfinanzierten Diamantbrieföffner Sektflaschen öffnen oder mit Anträgen zu kommunalen Flunkyballfeldern Deine Verwaltung ärgern, bis sie ausgelaugt und abgemolken die Geschicke der Stadt komplett in Deine Hände legt. Merke Dir eins: Die Möglichkeiten sind nur durch den Etat Deiner Fraktion begrenzt. Nimm was Du bekommen kannst, denn nur wer nimmt, dem wird gegeben. Tu es für Dein Land – für Die PARTEI.
Mit dieser Sammlung von Erfahrungsberichten aus den verschiedensten Hoheitsgebieten PARTEIeigener MandatsträgerInnen kannst Du Dir einen tollen Überblick verschaffen wie vielfältig Deine Möglichkeiten sind, wie unterschiedlich kommunale Parlamente arbeiten und wie das halt bei anderen so läuft. Du wirst sehen: Es gibt nicht DEN einen Weg ein Mandat als PARTEIpolitiker auszuüben, es gibt nur den Weg der gut zu Dir passt.

*wahlweise auch den stadteigenen „sehr guten“ Riesling

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